Sommercamp vom 24. bis 29. Juli 2000

Donnerstag: Arbeitseinsatz und Basteln

Viele Gebiete im Hohen Venn wurden in der Vergangenheit intensiv mit Fichten aufgeforstet. Leider hatten hiermit viele Pflanzen nicht mehr die Grundlage für das weitere Leben. Die Natur-Ranger helfen die Gebiete wieder so herzurichten, dass das Hochmoor wieder eine Chance hat.
Heute ist nun der Tag gekommen, an dem die Theorie in die Praxis umgesetzt wurde. Nachdem das Wort "Frosthügel" nun nach der ersten Exkursion in die letzten Einsamkeiten des Moores und dem Besuch in Botrange ausreichend geklärt war, standen die Renaturierungsmaßnahmen eines solchen Hügels an: Ein Einblick in die Arbeit des Teams Monschau.

So ging es in zwei Hauptgruppen ins Venn. Die jüngeren Ranger führte eine weiterer Weg durch das Hochmoor! Hier entdeckten sie Pflanzen und Tiere des Moores. Nach geheimnisvollen Geschichten bastelten sie Moorhexen. Für die älteren Ranger hieß es nun anpacken. Jetzt konnten sie wirklich zeigen, was Ihnen steckt.

Einige Zeit später: Die jungen Ranger treffen auf die älteren Ranger, die den gesamten Fichtenjungwuchs aus einem renaturierten Palsen entfernten.
 
eine Gipsmaske entsteht
Sie wurden nun von den "Großen" an die Hand genommen und die Pflegemaßnahmen erklärt - und so durften auch die Kleinen einmal "Hand anlegen". Die mussten später in einer Geschichte ihres Teamleiters noch den Konflikt erkennen: Auch die entfernten Pflanzen sind Lebewesen. Anders drückte es Mit-Campleiter Dirk Schotten ungefähr so aus: "Normalerweise pflanzen wir Bäume, aber heute entfernen wir Fichten, damit Moorpflanzen leben können!"

Der Nachmittag brachte schließlich das erste Kollektivbasteln: Gipsmasken und Fledermausbanner waren Ergebnis des weißen Gepansches, das so manche kleine Jeanshose für einen weiteren Waschmaschineneinsatz vorbereitete. Mit Gipsstreifen wurden unter Einsatz von Vaseline ganze Gesichter, Hände und Arme bedeckt, die nun getrocknet angemalt, beschrieben und gebrochen werden konnten. Denn wie das bei Gipsarbeiten nun einmal so ist: Nichts ist schwerer, als aufzupassen, dass das Gesamtkunstwerk nicht irgendwo reißt.  
zum Glück löste sich die Gipsmaske wieder, aber gut eingecremt gibt es hier keine Probleme
Wie sich zeigte, scheint Petrus keinen besonderen Spaß an Gipsgesichtern zu haben: Er überraschte uns einmal erneut mit einigen Litern Wasser - und spätestens hier sollte wieder jedem aufgefallen sein, dass Wasser mitunter auch recht nass sein kann. Aber das störte nicht, denn Petrus scheinen Nachtwanderungen und Lagerfeuer um so mehr zu gefallen. Und so ging es am späten Donnerstag Abend mit einigen Rangern noch mal in die freie Natur.

In zwei Teams zogen die Ranger noch einmal durch Wald, Wiesen und Moor - und wer gut informiert ist, der weiß auch, dass dieses Jahr die Fledermaus in Deutschland im Mittelpunkt der Projektarbeit des Vereins steht. Fast einen halben Tausender kosten die wertvollen Detektoren, die an diesem Abend auch gut zum Einsatz kamen: Im Moor nebenan, in dem noch am Vormittag der Pflegeeinsatz anstand, kamen die Lautsprecher der kleinen schwarzen Kästen kaum noch zum Stehen: Voller Erfolg für Taschenlampen-Ranger, die die großen Abendsegler und Wasserfledermäuse öfter als bei den Exkursionen in heimischen Gebieten sogar zu Gesicht bekamen.  
 
aus dem Sommercamp 2000