Sommercamp vom 24. bis 29. Juli 2000
Dienstag: Herantasten ans Moor
Doch bevor es überhaupt soweit kommen konnte, gab der Dienstag die Möglichkeit, ein langsames Herantasten ans Moor durchzuführen: Nach Frühstück und Campdienst ging es nun los. In vier Gruppen (Palsen, Moor, Wald und Ornithologie) führten die Ranger Exkursionen durch das Umland bis direkt ins Hohe Venn durch. Was sich nicht immer ganz einfach gestaltete, denn der Dienstag sollte zum offiziellen Regentag auserkoren werden. Und somit bahnten sich die einzelnen Gruppen Wege durch schlammiges Gebiet - sei es nun unter Protest einige Dutzend Meter Barfuss bei den ganz kleinen Rangern oder mit Gummistiefeln, die aber auch oft ihre Nützlichkeit verloren. Aber Abenteuer sind und sollen nun mal nicht bequem sein.
Und so ging es über alte Flugplätze, schmale Pfade bis in leicht anmoorige Stellen, die den entsprechenden Abenteuer-Effekt auch schnell durch steile Abhänge, tote Bäume und kleine Bäche hervorrufen konnten. Solange, bis wir dann schließlich auf den berühmten Holzwegen im Naturschutzgebiet auskamen.
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Die Exkursion gestaltete sich entsprechend ihres Abenteuer-Charakters aber auch entsprechend hart: Die Wanderung durch das von Torfmooren und Sümpfen bedeckte und von Wäldern gesäumte Plateau gestaltete sich insgesamt als relativ nass. Da wurde der Niederschlagswert von 1'400 Millimetern im Jahr - was ungefähr den doppelten Wert von Köln darstellt - in ungeheurer Geschwindigkeit äußerst plastisch.
Aber wer die Theorie beherrschen will, der muss auch die Praxis kennen. Und dafür war dieser verregnete Tag die ideale Möglichkeit.
Die Vegetation des Venns setzt sich aus gängigen Gräsern, Borstgras und Blauem Pfeifengras, zusammen, ferner aus Pflanzen wie Heidelbeere, Preiselbeere, Rauschbeere, Glockenheide, Krähenbeere und Englischer Ginster. Hinzu kommen viele örtlich verbreitete Arten wie Lungenenzian, Beinbrech, Zarter Gauchheil, Wollgras, Europäischer Siebenstern, Weiße Schnabelbinse und Rundblättriger Sonnentau.
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An Säugetieren gibt es im Moor den Rothirsch, das Reh, den Fuchs, das Wildschwein und die seltene Wildkatze zu entdecken. Die Vogelwelt ist typisch für die Moor- und Waldlandschaft und umfasst viele interessante Arten - wie zum Beispiel das Birkhuhn, den Raubwürger, den Rauhfußkauz, die Waldohreule, den Mäusebussard, den Habicht, den Schwarzspecht und den Wald- und Gartenbaumläufer. All diese zahlreichen Arten brüten innerhalb des Reservates.
Die Kleidung der Ranger suchte sich aber schnellstmöglich einen besseren Ort zum Brüten: In einer Umkleidekabine des Sportheims sorgte ein Ofen dafür, dass die durchnässten Stücke bis zum nächsten Morgen wieder tragbar waren.
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